Versteckte Kosten bei Billigfliegern (und wie du sie nicht zahlst)
Gepäck, Sitzplatz, Check-in am Flughafen, Namensänderung, Kartengebühren, Währungsumrechnung und Zusatzangebote beim Bezahlen: wo der echte Preis eines Billigflugs steckt und wie du ihn vermeidest.
Aktualisiert am 18. September 2026

Kurz gesagt
- Der Preis eines Billigflugs umfasst meist deinen Platz im Flugzeug und eine kleine Tasche. Fast alles andere ist ein Extra, und Extras sind günstiger, wenn du sie bei der Buchung online kaufst.
- Die teuersten Gebühren entstehen durch Vergesslichkeit: kein Online-Check-in, ein unbezahlter Trolley am Gate, ein falscher Name auf dem Ticket.
- In der Europäischen Union müssen Airlines dir den Endpreis mit Steuern und unvermeidbaren Gebühren zeigen, und optionale Extras dürfen nicht vorausgewählt sein. Die Zusammenfassung lesen musst du aber trotzdem selbst.
- Beim Bezahlen lauern zwei Fallen: die Abrechnung in deiner eigenen Währung und Angebote für Versicherung, Mietwagen und Hotel.
1. Gepäck: das teuerste Extra

Gepäck ist fast immer das teuerste Extra, und der Preis hängt von Strecke, Datum und Kaufzeitpunkt ab. Maße, Gewichte und die Regeln jeder Airline findest du in unserem Ratgeber zum Handgepäck bei Billigfliegern: Hier geht es darum, nicht zu viel dafür zu zahlen.
- Trau dem „ab“-Preis nicht: Eine Untersuchung der britischen Verbraucherorganisation Which? zu fast 1.500 Preisen bei Ryanair, easyJet und Wizz Air fand den beworbenen Mindestpreis fürs Handgepäck in weniger als 1 % der Fälle. Schau dir den Preis für deinen Flug an.
- Kauf es früh und online: Am Flughafen kostet es mehr. Bei easyJet kostet ein nicht gebuchtes Aufgabegepäckstück 70 Euro (60 Pfund) am Gepäckabgabeschalter, und derselbe Betrag wird am Gate für einen nicht gebuchten großen Kabinenkoffer fällig (Stand September 2026, vor der Buchung prüfen).
- Vergleiche Priority und Aufgabegepäck: Manchmal ist ein kleines Aufgabegepäckstück billiger als Priority Boarding mit Trolley in der Kabine.
- Rechne Hin- und Rückflug zusammen: Gepäck zahlst du pro Strecke, also verdopple den Preis, bevor du zwei Flüge vergleichst.
2. Der Sitzplatz
Einen Sitzplatz auszuwählen kostet fast immer Geld, aber du musst es nicht tun: Wenn du den Schritt überspringst, bekommst du beim Check-in kostenlos einen Platz zugeteilt. Der Sitzplatzpreis hängt von Nachfrage, Strecke und Datum ab.
- Zu zweit oder mit Freunden unterwegs? Überleg, ob ein oder zwei Stunden nebeneinander den Aufpreis wert sind, für jeden und auf jeder Strecke.
- Mit Kindern unterwegs? Lies die Sitzplatzregeln für Familien. Bei Ryanair zum Beispiel sitzen Kinder von 2 bis 11 Jahren auch bei kostenloser Zufallszuteilung neben einem Erwachsenen derselben Buchung.
- Achte auf die Fristen: Ohne bezahlten Sitzplatz öffnet der Online-Check-in bei Ryanair erst 24 Stunden vor Abflug und schließt 2 Stunden davor. Stell dir eine Erinnerung.
3. Check-in und Bordkarte
Das ist die am leichtesten vermeidbare Gebühr, und eine der teuersten, wenn du sie vergisst.
- Check immer online ein: Wer bei Ryanair ohne Online-Check-in am Flughafen erscheint, zahlt laut Hilfe-Center der Airline die Check-in-Gebühr am Flughafen, 55 Euro (oder 55 Pfund) pro Person (Stand September 2026, vor der Buchung prüfen).
- Halte die Bordkarte in der App bereit: Ryanair gibt an, für das erneute Ausstellen der Bordkarte nichts zu berechnen, wenn du schon online eingecheckt hast.
- Prüf, wann die Schalter schließen: Bei Ryanair schließen Check-in und Gepäckabgabe am Flughafen ab dem 10. November 2026 schon 60 Minuten vor Abflug statt 40.
- Dokumente und Visa: Wenn die Airline verlangt, dass du sie in der App prüfst, erledige das, bevor der Online-Check-in schließt.
4. Namen oder Datum ändern
Die Basistarife der Billigflieger sind nicht erstattbar, und jede Änderung kostet, meist pro Passagier und pro Strecke, plus eine mögliche Preisdifferenz.
- Prüf die Namen vor dem Bezahlen: Sie müssen mit deinem Ausweis übereinstimmen. Bei easyJet ist die Korrektur eines Tippfehlers kostenlos, einen komplett anderen Passagier einzutragen kostet dagegen online 73 Euro bzw. 60 Pfund (Stand September 2026, vor der Buchung prüfen).
- Nutze die ersten 24 Stunden: Bei Ryanair kannst du kleine Fehler bei Datum und Uhrzeit innerhalb von 24 Stunden nach der Buchung kostenlos korrigieren und zahlst nur eine mögliche Tarifdifferenz.
- Ist der neue Flug billiger, bekommst du die Differenz nicht zurück: So regelt es Ryanair, und das solltest du vor einer Umbuchung wissen.
- Meide Hotline und Schalter: Dieselben Änderungen kosten am Telefon oft mehr. Wizz Air zum Beispiel berechnet zusätzlich zur Namensänderungsgebühr eine Callcenter-Gebühr.
- Wenn du schon weißt, dass du vielleicht umbuchen musst, denk über einen flexiblen Tarif nach: Er kann weniger kosten als eine einzige Änderung.
5. Babys, Sportausrüstung und Musikinstrumente
- Babys auf dem Schoß: Sie haben keinen eigenen Platz, trotzdem fällt meist eine feste Gebühr pro Strecke an. Bei Ryanair dürfen sie ohne Aufpreis eine Babytasche und zwei Ausrüstungsgegenstände wie Kinderwagen und Autositz mitnehmen.
- Sportausrüstung und Instrumente: Fahrräder, Ski, Boards und Gitarren kosten extra, wenn sie nicht in dein Freigepäck passen. Buch sie online dazu: Bei easyJet kostet dieselbe Ausrüstung mehr, wenn du sie am Flughafen bezahlst.
- Lies vorher die Regeln: Große Gegenstände kommen mit Gewichtsgrenzen in den Frachtraum, und manche werden gar nicht angenommen, etwa E-Bikes bei Ryanair.
6. Beim Bezahlen
Auf der Zahlungsseite häufen sich die letzten Überraschungen. Darauf solltest du achten.
- Kartengebühren: In der Europäischen Union dürfen Händler, auch online, dir in der Regel keinen Aufschlag für die Zahlung mit einer privaten Kredit- oder Debitkarte berechnen. Das Verbot gilt nicht für Firmenkarten und Systeme wie American Express oder Diners, und außerhalb der EU gelten andere Regeln. easyJet zum Beispiel gibt an, keine Kartengebühren zu verlangen.
- Versicherung, Mietwagen und Hotel: In der EU dürfen Kästchen für optionale Extras nicht vorab angekreuzt sein, die Angebote kommen aber bei jedem Schritt. Wenn du schon eine Reiseversicherung hast, etwa eine Jahrespolice oder eine über deine Karte, kauf keine zweite.
- Buch auf der Website oder in der App: Buchungen und Änderungen am Flughafen oder per Telefon können zusätzliche Servicegebühren kosten.
- Vergleiche den Endpreis mit anderen Airlines, Extras inklusive, bevor du auf „Bezahlen“ klickst.
7. Die Währungsumrechnung
Wenn du in ein Land mit anderer Währung fliegst oder die Website Preise in einer fremden Währung zeigt, kann die Frage kommen: „Möchten Sie in Ihrer Währung zahlen?“ Das nennt sich dynamische Währungsumrechnung (DCC) und ist meist teurer als der Kurs deiner Bank.
- Wähle die Landeswährung, oder die Währung des angezeigten Preises, auf Websites, an Kartenterminals und Geldautomaten: Lass deine Bank umrechnen.
- Achte auf den Aufschlag: In der EU muss, wer die Umrechnung anbietet, die Kosten als prozentualen Aufschlag auf den Referenzkurs der Europäischen Zentralbank angeben.
- Nutze eine Karte ohne Auslandseinsatzgebühr, wenn du oft außerhalb deines Währungsraums reist.
8. Nach der Landung: Transfer und Mietwagen
Viele Billigflieger nutzen Nebenflughäfen, manchmal weit von der Stadt entfernt. Der billigste Flug kann zum teuersten werden, wenn Bus oder Taxi so viel kosten wie das Ticket oder wenn du zu einer Uhrzeit landest, zu der keine Verkehrsmittel mehr fahren.
- Prüf vor der Buchung, wie du ins Zentrum kommst, was es kostet und bis wann Busse und Bahnen fahren.
- Mietwagen: Lies Selbstbeteiligung, Kaution und Tankregelung, und lass dir am Schalter keine unnötigen Versicherungen aufschwatzen. Das Europäische Verbraucherzentrum der Niederlande rät, Auto, Tankanzeige und Kilometerstand bei Abholung und Rückgabe zu fotografieren.
Zusammengefasst
- Entscheide gleich, was du brauchst, und buch es online bei der Buchung dazu.
- Reise mit leichtem Gepäck und prüf Maße und Regeln im Handgepäck-Ratgeber.
- Überspring die Sitzplatzwahl, wenn du sie nicht brauchst, aber denk an den Online-Check-in.
- Prüf Namen und Daten vor dem Bezahlen.
- Zahl mit einer privaten Karte und in der Landeswährung.
- Entferne Versicherungen und Leistungen, die du nicht brauchst.
- Rechne die Kosten für den Weg vom Flughafen mit ein.
Und damit du schon bei einem niedrigen Preis startest, leg bei FlyDown einen Preisalarm an: Er meldet sich, wenn ein Flug unter dein Budget fällt, und was du sparst, gibst du am Reiseziel aus.
Quellen
Die Beträge stammen von den offiziellen Seiten unten, abgerufen im September 2026, und können sich ändern: Prüf sie immer vor der Buchung. FlyDown ist mit den genannten Airlines nicht verbunden: Die Marken gehören ihren jeweiligen Inhabern.
- Ryanair: kostenpflichtiger Check-in am Flughafen
- Ryanair: erneutes Ausstellen der Bordkarte
- Ryanair: Schalterschluss 60 Minuten vor Abflug
- Ryanair: Sitzplätze für Familien und Zeiten für den Online-Check-in
- Ryanair: Kosten für Flugänderungen
- Ryanair: Gepäck und Babys und Sportausrüstung
- easyJet: Gebühren und Kosten in Euro und in Pfund
- Wizz Air: Namensänderung
- Ihr Europa: Preise, Zahlungen und Kartenaufschläge
- Verordnung (EG) 1008/2008, Artikel 23: Preistransparenz bei Flugpreisen
- Verordnung (EU) 2019/518: Währungsumrechnungsentgelte
- BEUC: Factsheet zur dynamischen Währungsumrechnung
- Euronews: die Which?-Untersuchung zu Handgepäckpreisen
- Europäisches Verbraucherzentrum Niederlande: ein Auto im Ausland mieten